Weltkrieg? Wie westliche Mächte und Medien in Russland die nächste Revolution inszenieren

Russland und der Welt stehen gefährliche Zeiten bevor. Die schweren Umwälzungen, die nach dem sogenannten »Arabischen Frühling« funktionierende Länder wie Ägypten, Tunesien und Libyen inzwischen völlig destabilisiert haben, könnten jetzt bald auch Moskau ereilen. Die Massenproteste der letzten Wochen, vor allem in der Hauptstadt und in Sankt Petersburg, sind nach Meinung unabhängiger Beobachter schwerwiegende Beweise einer generalstabsmäßig geplanten Revolution, mit der man vor allem eins erreichen will: Den erstarkenden Wladimir Putin wegzukriegen, bevor er im März an die Macht kommt! Ernste Sorge: Man werde auch vor dessen Tötung nicht zurückschrecken. Denn es geht um die Weltherrschaft des 21. Jahrhunderts! Partei für die westlichen Mächte hat jetzt auch Michail Gorbatschow ergriffen: Er forderte gestern Putins Rücktritt.

Im direkten Visier des Westens stehen aktuell also nicht nur Syrien und Iran, sondern vor allem auch Russland. So sei es ebenso nicht ausgeschlossen, dass die USA und Großbritannien vor einem Anschlag unter Falscher Flagge nicht zurückschrecken werden, so USA- Journalist Webster Tarpley. Denn Russland ist zur Existenzfrage der anglo-amerikanischen Pläne geworden, die nun einmal vorsehen, Macht über die ganze Welt zu erlangen.

Wichtigster Bündnispartner des Westens: Das globale Netzwerk willfähriger Mainstream-Medien. Ähnlich, wie jüngst das ZDF brutale Uraltbilder aus dem Irakkrieg als angebliche, aktuelle »Gräueltaten« des syrischen Assad-Regimes in die Hauptnachrichten-Sendungen fälschten, so wurden im Fall Russlands frag­wür­dige Amateurvideos im US-​Sender Fox-​News gezeigt, die als klare Demons­tra­tionsbelege in Moskau ausgegeben wurden, die jedoch in Wahrheit mas­sive Aus­schrei­tungen in Grie­chen­lands Hauptstadt Athen zeigten. Der Schwindel flog allerdings auf, der Sender musste sich öffentlich entschuldigen, nachdem dieser sich einen ganzen Tag lang geweigert hatten, den Falschbericht von seiner Internetseite zu entfernen.

In Deutschland sind es gerade die durch Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, die schon seit Jahren ihre klaren Positionen ergriffen und immer wieder unter Beweis gestellt haben: Für den Westen, gegen Putin.

Seit den Duma-Wahlen am vierten Dezember 2011 kocht die Stimmung in Russland künstlich hoch. Nach Zeugenaussagen mehrerer Bewohner der russischen Hauptstadt Moskau, die dem KOPP-Verlag vorliegen, ist die Verwunderung in der Gesellschaft über die neuen Proteste groß, waren diese direkt nach den Wahlen doch schon weitgehend abgeklungen. Umso erstaunter sind viele Menschen jetzt über die neuerlich aufflackernden Demonstrationen. Man will nicht ausschließen, dass dahinter ganz andere Kräfte walten könnten.

Denn trotz hochprofessionell geplanter Strategie Washingtons sickerte schnell durch: Russische Wahlbeobachter der Organisation Golos sollen vom amerikanischen Außenministerium umfangreich finanziert worden sein. Danach sollen die USA, erfolgsabhängig, für jeden Bericht über Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen zahlen. Golos sei nicht die unabhängige Organisation, als die sie sich selbst darstelle, sondern werde vom State Departement finanziert, um amerikanische Interessen zu fördern heißt es. Russia Today meldete, das US-Außenministerium selbst habe die Summe von neun Millionen Dollar genannt, die man in die russischen Wahlen gesteckt habe.

Der russische Ministerpräsident Putin hatte von einer noch viel größeren Summe gesprochen. Putin, der mit den kommenden Präsidentenwahlen und seiner Partei »Einiges Russland« am vierten März 2012 wieder einflussreichster Mann im Lande werden soll, ist persönlich inzwischen zu einer immensen Gefahr für die Pläne westlicher Kriegstreiber in Nah-und Mittelost geworden. Die Gründe sind vielfältig:

Durch Putins kritische Haltung zum Libyenkrieg, durch dessen klare Gegenposition zu den geplanten Angriffen auf Syrien und Iran, durch die jüngste Stationierung russischer Kriegsschiffe in der Region im Mittelmeer vor Tartus, ist Putin inzwischen nahezu der einzige Politiker auf der ganzen Welt, der die Pläne zu Destabilisierung und Krieg in Nah-und Mittelost noch verhindern könnte, und der dem ausufernden Machtwahn des Westens- gemeinsam mit China- etwas entgegenzusetzen hätte.

Vor Syrien stehen sich derzeit also rus­si­sche und ame­ri­ka­ni­sche Flot­ten­ver­bände gegen­über. Putin scheint der NATO dabei offenbar alles zuzutrauen: Er soll seine Gene­räle ange­wiesen haben, sich not­falls auf Arma­geddon vorzubereiten.

Auch die wachsenden Auseinandersetzungen zur Raketenschildfrage werden zunehmend zur Schicksalsfrage zwischen West und Ost. Es ist kein Zufall, dass die Rede immer häufiger von einem drohenden Dritten Weltkrieg ist. Putin unter­stützt ebenso das von den USA durch Drohnen- und andere Angriffe bedrohte und betroffene Pakistan.

Auch schuf Russ­land – gemeinsam mit China – die »Shang­haier Organisation für Zusammenarbeit«, eine neue Kräftesammlung des Ostblocks, der neben den beiden Großmächten noch Kasachstan, Tad­schi­kistan, Kir­gistan und Usbe­kistan ange­hören und die mit dem Iran, Indien, Mon­golei, Pakistan, Afgha­nistan, Turk­me­nistan eng zusammenarbeiten.

In diesem Machtkampf stellen die USA und die NATO seit Jahren kon­ti­nu­ier­lich unter Beweis, dass es ihnen nie­ um Frieden und Dees­ka­la­tion ging. Sämtliche US-Aktionen haben bislang brutale Kriege, Span­nungen und Auf­rüs­tung hervorgerufen. Auf der westlichen Seite spielen zahlreiche Länder mit, neben Großbritannien und Frankreich natürlich auch Deutschland. Dem stehen gegenüber: Russ­land und China. Die Politiker des Westens hätten gerne den zögerlichen und vorsichtigen Präsidenten Dimitri Medwedew behalten. Doch nun zeigt Putin bereits im Vorfeld seiner als wahrscheinlich geltenden Wiederwahl die berühmte eiserne Faust vor allem in Sachen Syrien, Iran und in der erhitzten Raketenschild-Debatte.

Die westlichen Kräfte kontern und sitzen dem künftigen russischen Präsidenten, wenn er diesen Titel denn je noch einmal erleben sollte, straff im Genick: Neuester Trumpf in dem hochgefährlichen Spiel: Michail Gorbatschow. Als einen Paukenschlag bezeichneten am gestrigen ersten Weihnachtsfeiertag zahlreiche Mainstream-Medien die Forderung Gorbatschows nach einem Rücktritt Putins. Der frühere sowjetische Staatschef sagte mit Blick auf die »beispiellosen Anti-Regierungsproteste«: »Ich würde Wladimir Wladimirowitsch raten, sofort zu gehen. Zwei Amtszeiten als Präsident, eine Amtszeit als Regierungschef – das sind im Grunde drei Amtszeiten, das reicht nun wirklich«.

Der USA-Journalist Webster Tarpley ist, wie auch andere unabhängige Beobachter, in großer Sorge. In einem Beitrag für KOPP-online sagte er, Gorbatschow habe sich jetzt definitiv als westlicher Geheimdienstagent entpuppt, und das sei er wohl auch die ganze Zeit gewesen. In einer klassischen Flucht nach vorne versuchten CIA und Briten eine Colour-Revolution (Farbe weiß) in Moskau zu inszenieren.